Krankheiten durch mangelnde Mundhygiene

Es kann mehr passieren, als Du vielleicht denkst!

Aktualisiert am: 02. Februar 2019


Eine unzureichende Mundhygiene kann fatale und im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Im Mundraum sammeln sich im Laufe des Tages über die Nahrungsaufnahme zahlreiche Reste an, die Du vielleicht gar nicht wahrnimmst. Es sind kleinste bakterielle Mikropartikel, die sich in den Zwischenräumen und am Zahnfleischrand festsetzen. Wenn Du sie nicht gründlich genug entfernst, kann daraus Zahnstein (Plaque) entstehen. Dieser hat es mehr in sich, als Dir bis jetzt bewusst ist. Plaque ist der Hauptverursacher für Folgekrankheiten wie Parodontitis, welche im schlimmsten Fall sogar zu einem Herzinfarkt führen können. Aber auch Säuren, die sich unter anderem in Obst und Süßgetränken befinden sind sehr schädlich und Hauptverursacher für Karies und Co. Erfahre jetzt, welche Krankheiten durch eine mangelnde Mundhygiene entstehen können und wie Du am besten vorbeugen kannst.
 

Karies, Parodontitis, Gingivitis - die häufigsten Krankheiten

Wie entsteht Karies?

Der Hauptverursacher von Karies, auch unter Zahnfäule bekannt, sind Säuren. Diese schädigen den Zahnschmelz, der eine schützende Schicht um Deine Zähne bildet. Wird der Zahnschmelz durch Säure angegriffen, entstehen poröse Stellen, die einen optimalen Nährboden für Bakterien bilden. Deine Zähne sind nicht mehr geschützt, sondern angreifbar.
In deinem Mund befinden sich zahlreiche Bakterien die im Laufe des Tages zu Plaque werden. Trifft dieser Zahnbelag auf Zucker wird eine biochemische Reaktion ausgelöst und es entstehen Säuren, die Deine Zähne angreifen und Karies auslösen. Insbesondere, wenn Du sehr süße, klebrige Nahrungsmittel verzehrst, besteht die Gefahr, dass sich diese an den Zähnen festsetzen. Dadurch verweilen sie viel länger im Mundraum, statt heruntergeschluckt zu werden und die Gefahr der Säurebildung erhöht sich. Daher ist es besonders wichtig, dass Du entweder auf zu hohen Zuckerkonsum verzichtest oder Dir danach bzw. regelmäßig die Zähne putzt. Je kürzer sich Zucker und auch Plaque im Mund befinden, desto geringer ist die Gefahr der Säurebildung und auch das Risiko an Karies zu erkranken reduziert sich. 

Daran erkennst Du Karies - die Symptome

Die Entstehung von Karies, was übrigens eine hochansteckende Krankheit ist, beginnt zunächst schleichend. Daher bekommst Du es eventuell Anfangs gar nicht mit. Greift die Säure euren Zahnschmelz an, verursacht sie zunächst eine Entkalkung des Zahnschmelz. Anzeichen hierfür sind weiße Flecken auf den Zähnen (White Spots), wobei die Zahnoberfläche zunächst intakt bleibt. 
Im Laufe der Zeit verfärben sich diese weißen Flecken bräunlich oder gelblich. Je länger Deine Zähne in diesem Stadium unbehandelt bleiben, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Karies auf das unter dem Zahnschmelz liegende Zahnbein (Dentin) ausbreitet. Nun spürst Du es auch, denn im Zahnbein befinden sich Zellfortsätze. Diese tragen die Karies immer tiefer, bis hin zum Zahnnerv. Dort kommt es dann zu einer Entzündung, die heftige Schmerzen auslösen kann. Wenn es soweit gekommen ist passiert das, wovor sich fast alle am meisten fürchten. Die ungeliebte, schmerzhafte Wurzelbehandlung ist unumgänglich. Euer Zahnnerv muss entfernt werden. Wenn Karies den gesamten Zahn befällt, kann es schlimmstenfalls dazu führen, dass dieser komplett gezogen werden muss. Kleine Kariesstellen am Zahn können entfernt und durch eine Füllung ersetzt werden. 

Was hilft bei Karies - Behandlungsmethoden

Früherkennung ist das A und O. Wenn Du an Deinen Zähnen die eben beschrieben weißen, braunen oder gelben Flecken entdeckst, solltest Du umgehend einen Zahnarzt aufsuchen. Wird Karies rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich den Dein Zahnschmelz sogar wieder regenerieren.

Die Behandlung kann wie folgt ablaufen:
 
  1. Zunächst damit beginnen den Zahnbelag gründlich zu entfernen
  2. Anschließend werden Deine Zähne (mit Fluorid behandeln. Fluorid unterstützt die Neubildung bzw. Regeneration von Zahnschmelz.
  3. Ist die Karies bereits weiter fortgeschritten, hängt die Behandlung vom Schweregrad des Befalls ab. Das befallene Dentin (Zahnbein) wird komplett entfernt und anschließend mit einer Füllung verschlossen.
  4. Hat die Karies bereits Deine Zahnwurzel erreicht, kann Dein Zahnarzt eventuell sogar befallene Stellen erhalten, sofern sie sich bakteriendicht verschließen lassen. Dadurch wird ein kompletter Zahnverlust verhindert, allerdings muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden.
  5. Eine weitere Variante ist die Krone. Diese wird auf deinen Zahn aufgeklebt, wenn Dein Zahn so sehr von Karies befallen ist, dass eine Füllung nicht mehr möglich ist, jedoch eine Teil Substanz erhalten bleibt.
  6. Wenn keine der eben beschriebenen Behandlungsmethoden mehr möglich ist, muss Dein Zahn gezogen und über einen Zahnersatz nachgedacht werden.

So kannst Du Karies vorbeugen - die besten Tipp´s

 

  • Reduziere den Verzehr von zucker- und säurehaltigen Getränken (Limonaden, Softdrinks, Energy-Drinks und co.
  • Bevorzuge Getränke wie Kräutertee und Wasser
  • Viel trinken, denn es wirkt sich positiv auf die Speichelbildung aus (zuviel jedoch spült den schützenden Speichelfilm von den Zähnen herunter
  • Reduziere Deinen Zuckerkonsum, dadurch entziehst Du den Bakterien die Chance Säure zu bilden
  • Wenn Du Süßigkeiten isst, sollten diese nicht zu klebrig sein, damit sie nicht länger als nötig im Mundraum bleiben und zur Nahrung für Bakterien werden
  • Putze Deine Zähne mindestens zweimal, besser dreimal täglich. Am besten circa 30 Minuten nach einer Mahlzeit
  • Reinige Deine Zähne bzw. die Zwischenräume und den Zahnfleischrand zusätzlich mit Zahnseide und Interdentalbürsten
  • Gehe zweimal im Jahr zur empfohlenen Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt
  • Lasse ein- oder zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen
  • Benutze eine Mundspülung
  • Denk über eine elektrische Zahnbürste nach, denn diese entfernt Plaque besser, als eine Handzahnbürste

Was ist eine Parodontitis und wie entsteht sie?

Vielleicht hast auch Du Dich schon einmal gefragt, worin der Unterschied zwischen einer Parodontose und einer Parodontitis liegt. Es gibt keinen. Zwei Begriffe, eine Krankheit – nämlich eine Entzündung des Zahnfleischbettes. Der Parodontitis geht meisten eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) voraus. Bleibt die Gingivitis über einen langen Zeitraum unbehandelt, breitet sie sich auf das umliegende Gewebe und den Kieferknochen aus, was man als Parodontose bezeichnet. Durch die Zahnfleischentzündung entstehen Zahnfleischtaschen, in welchen sich Bakterien ansammeln einen Rückgang des Zahnfleisches zur Folge haben. Die Taschen vertiefen sich und im fortgeschrittenen Stadium bildet sich zunächst das Zahnfleisch und dann auch der Knochen zurück. Im Endstadium bietet der zurückgegangene Knochen keinen Halt mehr für die Zähne, sie lockern sich und fallen bei weiterem Fortschreiten der Krankheit aus. 

Daran erkennst Du eine Parodontitis – Symptome und Folgen

Die ersten und typischen Symptome einer Zahnfleischentzündung, also der Vorstufe einer Parodontitis sind Zahnfleischbluten und bei einigen Menschen Mundgeruch. Wenn dies bei Dir auftritt, solltest Du vorsorglich Deinen Zahnarzt aufsuchen. Wenn es sich bereits eine Parodontose gebildet hat, merkst Du es daran, dass sich Dein Zahnfleisch zurückbildet, Deine Zahnhälse freiliegen und auf kalte und warme Speisen und Getränke mit Schmerzen reagieren. Kritisch wird es, wenn Deine Zähne sich bereits lockern, denn dann hat der Abbau des Gewebes und der Knochensubstanz bereits begonnen. Eine Parodontose ist sehr problematisch, denn die Entzündung gelangt über die Schleimhäute in Deine Blutbahn. Dadurch wird Dein Immunsystem geschwächt, was Folgekrankheiten auslösen kann. Du bist anfälliger für Infekte, aber auch gefährlichere Krankheiten. So kann eine Parodontose beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen, Fehlgeburten und die Entstehung von Rheuma begünstigen.

Was hilft bei einer Parodontitis?

Bei einer Parodontitis hilft nur eine professionelle Behandlung durch Deinen Zahnarzt. Die Behandlungsmethode richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Der wichtigste Schritt ist, die Krankheitserreger abzutöten und die Entzündung zu bekämpfen. 
Daher wird der zahnarzt zunächst alle Deine Zähne gründliche reinigen und die Bakterien eliminieren. Je nachdem, wie weit die Parodontitis fortgeschritten ist, kann eine örtliche Betäubung sowie ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein.
Dann werden Deine Zahnfleischränder vom Zahn und Knochen gelöst, um einen besseren Überblick über den Befall zu erhalten sowie tiefliegende Taschen gründliche zu reinigen. 
Schädliche Beläge und befallenes Gewebe werden entfernt.

Die Behandlung mit einem Laser

Nachdem diese Schritte erfolgreich abgeschlossen wurden, führen die meisten Zahnärzte eine sogenannte Wurzelglättung durch. Alle befallenen Wurzeln werden gesäubert, geglättet und poliert, sodass Plaque keine Chance mehr hat, sich dort festzusetzen und erneuten schaden anzurichten. Abschließend kann noch eine Laserbehandlung stattfinden, die nochmals alle Taschen gründlich und tiefenwirksam reinigt. Diese Methode kann allerdings nur bei einer Taschentiefe von circa 4-5 mm wirksame Erfolge erzielen. Bei tieferen Taschen muss der Eingriff chirurgisch erfolgen.

Die Behandlung mit Emdogain

Bei Emdogain handelt es sich um ein künstlich hergestelltes Gel, welches die Eigenschaft besitzt Zahnzement, Fasern und Kieferknochen zu rekonstruieren, also wiederherstellen. Allerdings hängt der Behandlungserfolg vom Stadium der Erkrankung ab. Emdogain besteht aus Proteinen, die vom Körper resorbierbar, also für Deinen Organismus unschädlich sind. Durch den Einsatz von Emdogain kann man sogar den Zahnverlust aufhalten, sofern die Parodontitis nicht zu weit fortgeschritten ist. Frage Deinen Zahnarzt nach dieser Behandlungsmethode. 

So kannst Du einer Parodontitis vorbeugen:
 

  • Achte genau wie bei Karies darauf, wenig säurehaltige Lebensmittel und Getränke zu konsumieren
  • Putz Dir regelmäßig, mindestens zweimal täglich die Zähne
  • Am besten putzt Du deine Zähne 30 Minuten nach den Mahlzeiten, da sonst der Zahnschmelz beschädigt werden kann
  • Benutze Zahnseide und Interdentalbürsten für die Zwischenräume und den Zahnfleischrand
  • Achte auf die richtige Putztechnik
  • Verwende nach dem Putzen eine Mundspülung
  • Wenn Du Raucher bist, ist Dein Risiko an Parodontose zu erkranken bis zu 6 Mal höher. Achte daher besonders gut auf eine optimale Mundhygiene
  • Gehe mindestens zweimal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt
  • Führe regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durch
  • Wenn Du bereits an einer Parodontose erkrankt bist, verwende eine sanfte Zahncreme mit geringem RDA/REA-Wert, die eure freiliegenden Zahnhälse nicht zusätzlich angreift und belastet. Du findest diesen Wert auf der Verpackung.

Was ist eine Gingivitis und wie entsteht sie?

Der Begriff Gingivitis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Zahnfleischentzündung. Und zwar entzündetes Gewebe, welches die Zähne umgibt. Eine Gingivitis wird durch Plaque verursacht und ist meist die Vorstufe für eine Parodontitis. Die ersten Anzeichen sind geschwollenes und/oder gerötetes Zahnfleisch und /oder Zahnfleischbluten. Oftmals verläuft eine Gingivitis schmerzfrei und nicht immer in Verbindung mit Symptomen, wie Zahnfleischbluten. 
Daher ist es oft schwer, sie sofort wahrzunehmen. Neben einer mangelnden Mundhygiene und unzureichenden Plaqueentfernung können auch die folgenden Faktoren eine Gingivitis begünstigen:
 
  • Rauchen
  • Eine veränderung des Hormonhaushaltes (z. B. Pille, Wechseljahre)
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente
  • Genetische Veranlagung
 
Bleibt die Gingivitis unbemerkt bzw. unbehandelt, kann es zu Zahnfleischtaschen, Zahnfleischrückgang und anschließend einer Parodontitis führen.

Daran erkennst Du eine Gingivitis – Symptome und Folgen

Die ersten und typischen Symptome einer Zahnfleischentzündung, also der Vorstufe einer Parodontitis sind Zahnfleischbluten und bei einigen Menschen Mundgeruch. Wenn dies bei Dir auftritt, solltest Du vorsorglich Deinen Zahnarzt aufsuchen. Wenn es sich bereits eine Parodontose gebildet hat, merkst Du es daran, dass sich Dein Zahnfleisch zurückbildet, Deine Zahnhälse freiliegen und auf kalte und warme Speisen und Getränke mit Schmerzen reagieren. Kritisch wird es, wenn Deine Zähne sich bereits lockern, denn dann hat der Abbau des Gewebes und der Knochensubstanz bereits begonnen. Eine Parodontose ist sehr problematisch, denn die Entzündung gelangt über die Schleimhäute in Deine Blutbahn. Dadurch wird Dein Immunsystem geschwächt, was Folgekrankheiten auslösen kann. Du bist anfälliger für Infekte, aber auch gefährlichere Krankheiten. So kann eine Parodontose beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen, Fehlgeburten und die Entstehung von Rheuma begünstigen. 
 
Neben einer mangelnden Mundhygiene können auch die folgenden Faktoren Auslöser für eine Gingivitis sein:
 
  • hoher Alkoholkonsum
  • Nikotin
  • Stress
  • Veränderungen des Hormonspiegels
  • Vitamin C-Mangel
  • bestimmte Medikamente 

Was hilft bei einer Gingivitis?

Eine leichte, akute Zahnfleischentzündung kannst Du oft selbst behandeln. Achte verstärkt auf Deine Mundhygiene, putze noch ordentlicher, verwende Zahnseide, Interdentalbürsten und eine Mundspülung. Gehe jedoch besonders bei den entzündeten Stellen mit der Zahnseide und den Interdentalbürsten sehr behutsam vor. Auch die Mundspülung sollte nicht zu stark und aggressiv sein. Am besten kaufst Du eine Mundspülung, die gezielt Zahnfleischentzündungen reduziert. Zum Beispiel eine Chlorhexidin-Mundspülung, also ein Breitband Antiseptikum, welches Bakterien tötet. 
Auch bewährte Hausmittel helfen sehr gut eine Gingivitis zu bekämpfen. Beispielsweise der bekannte, entzündungshemmende Kamillentee oder Mundspülung mit Apfelessig.
 
Wenn Du keine rasche Besserung feststellen solltet, steht ein Besuch beim Zahnarzt an. Dieser entfernt mittels einer professionellen Zahnreinigung alle Zahnbeläge (Plaque) auf Deinen Zähnen und besonders in den Zahnzwischenräumen. Anschließend werden die tiefliegenden Keime aus den Zahnfleischtaschen herausgesaugt. 
Damit sich keine neuen Krankheitserreger auf deinen Zähnen festsetzen können, werden Deine Zähne noch poliert und mit Fluorid versiegelt. 

So kannst Du einer Gingivitis vorbeugen:
 

  • Achte darauf, wenig säurehaltige Lebensmittel und Getränke zu Dir zu nehmen
  • Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen (am besten 30 Minuten nach den Mahlzeiten, da sonst der Zahnschmelz beschädigt werden kann)
  • Benutze eine Zahnbürste oder elektrische Zahnbürste mit weichen Borsten
  • Benutze Zahnseide und Interdentalbürsten für die Zwischenräume und den Zahnfleischrand
  • Verwende nach dem Putzen eine dafür geeignete Mundspülung
  • Wechsle Deine Zahnbürste regelmäßig
  • Verzichte auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
  • Gehe mindestens zweimal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt
  • Führe regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durch

Herzinfarkte, Schlaganfälle, Fehlgeburten

So gravierend es klingen mag, so ist es auch. Eine mangelhafte Mundhygiene erhöht die Gefahr für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Fehlgeburt. 
Bei einer Zahnwurzelentzündung, Zahnfleischentzündung oder Parodontitis können schädliche Bakterien aus dem Mundraum über die entzündeten Stellen in Deinen gesamten Blutkreislauf gelangen und sogar Deine Organe schädigen. 
Hauptauslöser für solche schwerwiegende Erkrankungen ist eine unbehandelte Parodontitis. 
In den betroffenen Zahnfleischtaschen und am Zahnhals entsteht totes Nervengewebe, wo sich zahlreiche Bakterien ansammeln und in den Blutkreislauf gelangen. Dein kompletter Organismus wird von den Bakterien angegriffen, Dein Immunsystem geschwächt und Krankheiten entstehen. Sogar schwere Herzklappenentzündungen sind möglich. Genauso wie ein Schlaganfall.
Bei einer Parodontitis können die Bakterien außerdem über den Blutkreislauf bis zum Mutterkuchen wandern und das Wachstum Deines Kindes hemmen sowie weitere Schäden verursachen. Zum Beispiel Verkrampfungen, die zu Früh- bzw. Fehlgeburten führen. 
Daher ist hier größte Vorsicht geboten. Suche bei Anzeichen auf Zahnprobleme sofort Deinen Zahnarzt auf!

Kopfschmerzen, Verspannungen und Rückenprobleme

Unsere Kaufunktion ist so ausgerichtet, dass sie sich gleichmäßig auf alle Zähne im Ober- und Unterkiefer verteilt. Wenn Deine Zähne durch eine mangelnde Mundhygiene beschädigt werden, abbrechen oder sich Fehlstellungen bilden, versucht Dein Körper diese unbewusst über die Kaumuskulatur auszugleichen. Dein Kauverhalten verändert sich, es entstehen Verspannungen und Deine Halsmuskulatur versucht diese Ungleichmäßigkeiten durch das Anspannen anderer Muskeln auszugleichen. 
Dadurch entstehen unangenehme Verspannungen, die langfristig zu Kopfschmerzen und Rückenproblemen führen. Daher ist die Ursache für Rückenprobleme und Kopfschmerzen oft bei Zahnproblemen zu finden. 

Mandelentzündungen und Nasennebenhöhlenentzündungen

Insbesondere bei einer Parodontitis Bakterien wandern die Bakterien in Deinen gesamten Blutkreislauf, verteilen sich im Organismus, schwächen Dein Immunsystem und greifen Deine Organe an.
Besonders häufig treten Infektionskrankheiten wie eine Mandelentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Atemwegserkrankungen auf. Wenn Du bei Dir Symptome für kranke Zähne feststellst und gleichzeitig häufiger an einer dieser Infektionen leidets, kann durchaus ein Zusammenhang bestehen. Kläre das bitte mit Deinem Arzt ab.

Unerwünschte Kieferfehlstellungen

Unsere Kaufunktion wird gleichmäßig auf alle Kiefergelenke im Ober- und Unterkiefer verteilt. Bei einer Kieferfehlstellung gleicht unser Gehirn diese Beeinträchtigung durch unsere Kaumuskulatur aus. Somit lastet ein hoher Druck auf einigen Zähnen und es kommt zu Verschleiß. Zahnschmerzen treten auf und die Halswirbelsäule versucht diese Ungleichmäßigkeit durch Muskelanspannung auszugleichen. Kopfschmerzen, unangenehme Verspannungen sowie Rücken- und Wirbelsäulenprobleme sind die Folge.
 
Ein weiterer Auslöser für Rückenschmerzen kann eine schlecht verankerte Zahnbrücke oder Krone sein, denn jede Einschränkung des Kiefers beeinflusst unsere Wirbelsäulenmuskulatur.

Depressive Verstimmungen und Depressionen

Krankheiten und unsere Psyche sind eng miteinander verknüpft. Du kennst es selbst. Wenn Du krank bist, ziehst Du Dich zurück, bist erschöpft, hast wenig Hunger und ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Je länger ein solcher Zustand andauert, desto mehr schlägt es auf die Psyche und umso höher ist die Gefahr einer depressiven Verstimmung bzw. Bei langanhaltender Krankheit sogar einer Depression. 
Kranke Zähne, insbesondere eine Parodontitis, bergen die Gefahr, dass die Keime in den Blutkreislauf gelangen, das Immunsystem schwächen und Folgekrankheiten auslösen. Wir haben Dir bereits Beispiele für mögliche Krankheiten aufgeführt. 
Daher solltest Du bei länger anhaltenden Zahnbeschwerden oder bei Anzeichen auf eine Gingivitis oder Parodontitis sofort einen Zahnarzt aufsuchen. Durch eine Früherkennung, sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung sehr hoch.

 

Vorbeugen, durch die richtige Mundhygiene – Tipps

So schlimm all diese Krankheiten auch klingen, sofern sie durch eine mangelnde Mundhygiene ausgelöst werden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten diesen Risikofaktor auszuschließen bzw. drastisch zu minimieren. 
Achte auf eine gründliche und vor allem regelmäßige Mundhygiene indem Du die folgenden Tipps beherzigst:
 
  • Putze Deine Zähne mindestens zweimal täglich
  • Putze Deine Zähne am besten 30 Minuten nach jeder Mahlzeit
  • Achte auf die richtige Putztechnik
  • Wechsle Deine Zahnbürste bzw. Die Bürstenköpfe regelmäßig (dort sammeln sich im Laufe der Nutzung ebenfalls Bakterien an)
  • Denke über den Wechsel auf eine elektrische Zahnbürste nach, denn diese entfernt Plaque um ein Vielfaches besser, als eine Handzahnbürste
  • Denke auch an Deine Zahnzwischenräume. Benutze täglich Zahnseide und für größere Lücken Interdentalbürsten (Interdentalbürsten gibt es auch als Aufsatz für eine elektrische Zahnbürste)
  • Verwende eine Mundspülung
  • Verzichte soweit wie möglich auf säure- bzw. stark zuckerhaltige Getränke (Limonaden, Cola etc)
  • Bevorzuge Wasser, Kräutertee oder andere nicht-zuckerhaltige Getränke
  • Reduziere Deinen Zuckerkonsum, denn Zucker begünstigt die Säurebildung
  • Verzichte auf Rauchen und übermäßigen AlkoholkonsumGehe regelmäßig (am besten zweimal pro Jahr) zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt
  • Lasse Deine Zähne ein- bis zweimal pro Jahr professionell reinigen